Dr. Wolfgang Aubke zum Vorsitzenden gewählt

Seniorenratswahl in Bielefeld
Dr. Wolfgang Aubke zum Vorsitzenden gewählt

Herr Dr. Wolfgang Aubke ist am 24.03.2021 in der konstituierenden Sitzung des Seniorenrates mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden wiedergewählt worden. Monokel-Redakteurin Brigitte Sdun sprach mit Dr. Aubke u.a. über die zurückliegende Legislaturperiode und über seine persönlichen Ziele als Vorsitzender.

Monokel:
Herr Dr. Aubke, warum haben Sie sich zur Wahl in den Seniorenrat der Stadt Bielefeld gestellt?

Dr. Wolfgang Aubke:
Ich war bereits in der letzten Legislaturperiode der Vorsitzende des Seniorenrates der Stadt Bielefeld. Ich möchte mich weiterhin aktiv für eine moderne und zukunftsorientierte Seniorenpolitik engagieren und die Interessen der rund 90.000 älteren Bielefelder Bürgerinnen und Bürger vertreten.

Monokel:
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die hausärztliche Versorgung, Altersarmut und Wohnen. Welche Ziele konnten Sie in der letzten Wahlperiode erreichen? Wofür werden Sie sich als Vorsitzender des Seniorenrates der Stadt Bielefeld engagieren? Welche Themen liegen Ihnen derzeit persönlich besonders am Herzen?

Dr. Wolfgang Aubke:
Als Seniorenrat werden wir um unsere Meinung gebeten. Die Mitglieder vertreten in den verschiedenen Ratsausschüssen und Arbeitsgruppen die Interessen der über 60-Jährigen der Stadt Bielefeld in beratender Funktion. Wir haben auf den bestehenden Hausärztemangel aufmerksam gemacht. Die Mitglieder des Seniorenrates setzen sich aktiv für eine bessere Versorgung der älteren Menschen ein. Wir werden uns weiterhin für die Stärkung der Quartiersarbeit engagieren, die noch nicht in allen Stadtteilen zufriedenstellend gelöst ist.
Unsere drei Herzensthemen als Mitglieder des Seniorenrates sind:

  • Klimawende: Ältere haben das derzeitige Klima mit verursacht. Wir haben auch noch eine Zukunft vor uns. Daher wollen wir uns auf kommunaler Ebene intensiv einsetzen und die Lösung der Probleme nicht allein der jüngeren Generation überlassen.
  • Digitalisierung: Durch die Corona-Pandemie hat das Thema zusätzlich in unserem täglichen Leben an Bedeutung gewonnen. Sie beeinflusst den Alltag älterer Menschen zunehmend. Es besteht die Gefahr, dass Seniorinnen und Senioren abgehängt werden. Wir machen uns dafür stark, dass Schulungen angeboten werden, um Ältere mit der Technik vertraut zu machen.
  • Generationengerechtigkeit: Die jüngere Generation wird in der Politik nicht immer berücksichtigt, wenn es um die zukünftige Rente geht. Es besteht die Gefahr, dass der soziale Zusammenhalt der Generationen immer mehr schrumpft und dass die Gesellschaft auseinanderbricht.

Monokel:
Sie haben als Vorsitzender des Seniorenrates der Stadt Bielefeld die Möglichkeit, die Zukunft älterer Menschen langfristig zu gestalten und zu beeinflussen. Wie sehen die konkreten Pläne z.B. zu den Arbeitsschwerpunkten häusliche und stationäre Pflege, öffentliche Toiletten, Sicherheit, Renten- und Arbeitsmarktpolitik sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aus?

Dr. Wolfgang Aubke:
Das Thema „Öffentliche Toiletten“ gehörte in der letzten Wahlperiode zu unseren Arbeitsschwerpunkten. In Kooperation mit der Dehoga konnte im November 2019 die „Nette Toilette“ in Bielefeld eingeführt werden. Die 20 teilnehmenden Gaststätten gewähren den Toilettengang. Die Situation ist noch nicht optimal. Der Seniorenrat möchte sich in der laufenden Legislaturperiode für ein stadtweites Konzept mit öffentlichen Toiletten einsetzen.
Jeder Mensch hat das Grundrecht auf Teilhabe. Im stationären und ambulanten Bereich der Pflege sind dringend Verbesserungen erforderlich. Die Defizite sind insbesondere im Zuge der Corona-bedingten Einschränkungen älterer Bürgerinnen und Bürger aufgefallen.
Der Umgang mit Älteren ist nicht unbedingt verwaltungsfreundlich. Dies betreffen beispielsweise die Öffnungszeiten und der barrierefreie Zugang zu Behörden. Wir möchten unser Image als seniorenfreundliche Stadt vertiefen und verankern.

Monokel:
Herr Dr. Aubke, ich wünsche Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen bei Ihrer Aufgabe als bestätigter Vorsitzender des Seniorenrates und bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für dieses Interview.

Das Interview führte Brigitte Sdun